Dienstag, 16. September 2014

Matheschwäche, Orientierungslauf und verschwundene Enkeltöchter

Hallöchen!
Jaja...Wie einige von euch sicher wissen, ist Mathe nicht gerade mein Lieblingsfach. Auch liebevoll Hassfach genannt. Und ich kann euch versichern, ich werde die Tradition, in Mathe erst im letzten Moment den Durchblick zu bekommen, fortführen. Meine Mathelehrerin gibt sich Mühe, den Stoff möglichst schnell durch zu arbeiten und ich scheitere dennoch nach der dritten Erklärung kläglich. All das spiegelt sich auch meinen Tests wieder. Ich liege so bei 9/25 Punkten und 6/17 Punkten. Also nicht mal die Hälfte. Die Ratschläge meiner Lehrerin bringen mich weiter. Unter den letzten beiden Tests und beim Betrachten meiner Hausaufgaben hat sie einen neuen Standard-Satz gefunden: "More work!" bzw. "More work needed!". Inzwischen habe ich eine Mathetutorin. Sie ist mega nett, wir verstehen uns gut und ihre Erklärungen verstehe ich auf Anhieb. Woran das bloß liegt? Ich weiß es nicht. Aber ich bin ja auch im Matheleistungskurs. ICH. MATHELEISTUNGSKURS! Als ich das gehört habe musste ich lachen. Was natürlich keiner verstanden hat. Was soll ich, die erst nach acht Erklärungen, 13 Beispielaufgaben und mit Hilfe von Freunden ein Thema wie Potenzen versteht (unsere jetziges Thema übrigens), im Matheleistungskurs einer Leistungsorientierten Schule? Eigentlich gibt es eine Art Einstellungstest, damit die Lehrer einen einschätzen können, aber den habe ich gepflegt übersprungen, da ich ja nur ein Jahr bleibe. Toll. Ich werde mal fragen, ob sich da was machen lässt. Sonst sitze ich die nächsten Monate drei Tage die Woche 75 Minuten in der Hölle. Normalerweise hab ich mich ganz gut unter Kontrolle, aber Mathe bringt mich so zum Verzweifeln, dass mir vor Wut auf mein Unverständnis die Tränen über die Wangen laufen. Doch das scheint meine Lehrerin nicht zu bemerken. Ihr Ruf an der Schule sagt aus, dass sie starke Schüler fördert, aber die anderen etwas vernachlässigt. Mal sehen was noch kommt. Beim Orientierungslauf hat mir das Mathewissen schon mal nix gebracht. Wo Norden ist weiß ich automatisch, da ich weiß, dass ich zu Hause in Deutschland mit den Füßen nach Osten schlafe. Klingt komisch, funktioniert aber wunderbar. Das Berechnen des Maßstab haben die Mathegenies in meiner Gruppe übernommen. Insgesamt ist Orientierungslauf ganz lustig, aber nicht, wenn du sowas noch nie gemacht hast. Ein bisschen Bammel hatte ich schon davor. Ich mein, Ich habe in Deutschland nicht gelernt eine bunte Karte zu lesen und dabei nicht verloren zu gehen. Nach kurzen Instruktionen der Lehrerin haben wir uns in Gruppen auf die Suche von Buchstaben gemacht. Ja, Buchstaben. Auf der Karte waren Kreise, die anzeigen, wo die Buchstaben sind. das heißt Berge rauf und runter kraxeln und möglichst nicht die Äste ins Gesicht bekommen. Ein Ast, der nach Savanna (einem Mädchen aus meiner Gruppe) in meine Richtung zurück flog hat mich mit voller Breitseite erwischt. Aber ich lebe noch und bin nicht entstellt. Nach einigen Buchstaben haben wir mit einer andere Gruppe gequatscht und zusammen weiter gesucht. Einen Buchstaben konnte keiner finden. Vielleicht hat ja einer der finnischen Waldkobolde den gegessen. Sollten diese Wesen Plastik mögen. Insgesamt sind wir knapp 4 km gelaufen und waren alle genervt und fertig. Wer wäre das nicht? Als Rückschluss habe ich entschieden, dass es ganz lustig ist, ich es aber nicht jeden Monat machen muss. Manches ist eben nur in Maßen gut.
Weiter zur nächsten Überschrift. Verschwundene Enkeltöchter. Nein, das hat nichts mit dem Orientierungslauf zu tun, sondern viel mehr mit Missverständnissen und Überraschungen. Aber fangen wir vorne an. Heute morgen. 6:00 Ortszeit Turku. RIIIIIINNNG.... Monjas Wecker klingelt sich die Seele aus dem Leib und nach dem achten Mal Snooze schwingt diese ihren Körper aus dem kuscheligen Bett mit der rosa Lillebi-Bettwäsche. Nach der Morgentoilette beschließt sie, zu frühstücken. Man bemerke das alleinige Aufstehen. Da muss doch ein Fehler sein, oder? Jo. Mummi ist noch nicht aufgestanden. Also schnell frühstücken, Schulbrot machen, nebenbei in die neue, aber inzwischen zu große, Hose schlüpfen. Pünktlich um 7:25 steht also Monja an der Busstation und erwischt sogar den früheren Bus. Zwar sind es bis zum nächsten Bus nur 2 Minuten Wartezeit, aber die kann man auch im Bus mit dem gleichen Ziel verbringen. Mummi ist inzwischen noch nicht aufgestanden. Und Monja, ein liebes Mädchen, hat sich gedacht, lass' ich sie ruhig schlafen. Dann im Bus zur Schule der Anruf. "Wo bist du?" "Im Bus zur Schule." "Aber ich habe dir gerade Frühstück gemacht. Du warst nicht in deinem Bett als ich aufgestanden bin. Ich habe echt Angst bekommen und schon mit Thomas telefoniert!" "ja aber ich musste doch aufstehen damit ich pünktlich bin. Und mir geht's gut." "Warum hast du mich denn nicht geweckt?" "Woher soll ich wissen, dass ich dich wecken soll?" "Hättest du ja machen können. Aber gut, dann weiß ich Bescheid. Ich werde jetzt Frühstück für den Besuch machen" "Okay bis dann" "Bis heute Abend". Das war der ungefähre Gesprächsablauf. Ich glaube, so etwas ist mir noch nie passiert. Aber das nächste Mal lege ich einen Zettel hin, dass ich in der Schule bin. Weitere Auswirkungen hat die Geschichte nicht, aber der Lerneffekt ist hoch. Glaube ich.
Insgesamt war es wieder ein angenehmer Tag. Bis auf das Wetter. Es kann sich nicht entscheiden. Morgens siehst du deinen Atem, während du nachmittags ohne Jacke rumläufst. Komisch dieses Turku. Fast alles läuft online, und Bargeld sieht man selten. Selbst auf dem Markt, bezahlt man per Karte. Unvorstellbar in Deutschland, glaube ich. Aber hier ist vieles anders. Und genau das macht die Reise so interessant. Ich werde noch ein paar Bilder auf der GoogleFotos-Seite hochladen. Vom Orientierungslauf und was ich sonst noch so geknipst hab.
 Und der Englische Text, wird wohl ein eigener Post. sonst ist der hier so lang.

Viele Grüße,
Eure Träumerin 

2 Kommentare:

  1. Hallo verschwundenes Mathegenie.
    Toll geschrieben, hat Spaß gemacht zu lesen und Papa musste schmunzeln, denn kennst Du den Unterschied zwischen Dir und mir?
    Du bist allein aufgestanden und zur Schule aufgebrochen.
    Mich hat die Mumi geweckt und zur Schule geschickt.
    Das war in der zweiten Klasse.

    Aber leider war es ein Sonntag!

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    1. Hallo zurück
      Ja ich habe davon gehört. Mal sehen ob mir das auch noch passiert .... Ich werde dann berichten.
      Freut mich, dass dir der Post gefällt :)
      LG

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Hallöchen:) schön, dass du den Beitrag kommentieren möchtest. Ich freue mich über jede Nachricht und bin gespannt, was du mir sagen möchtest .)