Moi
In Deutschland ist ja jetzt Ferienzeit, was man an den Facebookposts und Whatsappnachrichten à la "Schöne Ferien an alle" und "ENDLICH FEIERN" sehen kann. Was die wohl wieder alle Vorhaben? Vorallem bei dem super Wetter im Norden. Einige meiner Freunde werden wohl wegfahren, andere zu Hause ausschlafen und nichts tun. Und eine ganz besondere, mega wichtig Person setzt sich ins Flugzeug und fliegt freiwillig ins Kalte. Wer würde sowas tun? Frewillig aus dem warmen ins kalte, verregnete Turku fliegen um da eine Woche zu verbringen? Ich kenne da jemanden. Oder besser zwei Personen. Die erste ist der Ehemann meiner Oma. Mein Beuteopa Thomas. Er ist am Samstag zusammen mit meiner besseren Hälfte morgens um 4:00 nach auf dem Weg nach Bremen gewesen um rechtzeitig am Flugzeug zu sein. Meine bessere Hälfte nennt sich Ricarda und ist meine beste Freundin. Ich kann gar nicht sagen, wie geduldig sie manchmal mit mir sein kann und wie toll sie ist. Diese beiden haben sich also am Samstag ins Auto gesetzt um her zu fliegen. Aber wie kommen sie von Tampere, wo das Flugzeug landet, nach Turku, Kuopio oder Helsinki? Genau! Durch meine Oma Mummi und mich. Also haben wir uns auch früh aus dem warmen Bett geschält und uns auf den Weg in das ca. 155 km weit entfernte Tampere gemacht, um die beiden in Empfang zu nehmen. Auf der Fahrt meinte dann mein Handynavi zu sagen, dass wir doch in 27 Minuten da wären. Das konnte nicht stimmen. Wir hatten noch ungefähr 90 km vor uns und würden dann 1 Stunde zu früh am Flughafen sein. Also Route neu berechnen. "Sie haben noch 1 Stunde und 30 Minuten Fahrtzeit vor sich. Ihr Ziel erreichen sie um 9 Uhr und 33 Minuten" blökte mich mein Handy daraufhin an und uns entfuhr ein "Mist, das wird knapp". Schließlich sollten die anderen Beiden um 9:35 landen. Also ein bisschen mehr aufs Gaspedal drücken und hoffen, dass die Elche und Hirsche im Wald bleiben. In Finnland ist im Moment Jagdzeit, was heißt, dass die Hirsche und ihr Rudel wie angestochene Hühner durch den Wald preschen. Und Elche scheren sich eh nicht um Autos. Die machen sie mal eben platt mit ihren knapp 2 Tonnen Eigengewicht. Auf dem Weg aus Turku raus haben wir den ersten Weg gesehen und der zweite lief uns ein wenig später über den Weg. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass man diese Tiere in Deutschland meist tot am Straßenrand sieht. Richtig perplex war ich aber erst, als ein Luchs vor uns die Straße überquerte. Ja da war wirklich ein Luchs. Aber was das war fanden wir erst heraus, nachdem ich nach Wildkatzen in Finnland gegoogled habe. Mummi fiel nur der finnische Begriff "Ylvis" dafür ein. Da man dann bei Google nur Bandbilder der Band "Ylvis" (what does the fox say?) findet, kamen wir damit nicht weiter. Der Rest der Fahrt verlief ohne weitere Vorfälle. Als wir am Flughafen ankamen, war das Flugzeug schon gelandet (klar, dass es zu früh kam) und die Passagiere standen draußen. Und da standen auch Ricarda und Thomas. Mummi hat das Auto auf dem Polizeiparkplatz abgestellt, weil wir keine Parkgebühr von 5€ zahlen wollten und schon ging das geknuddel los. Mann hab ich Rici vermisst. Was zwei Monate Trennung doch ausmachen. Thomas hatte Geburtstag, also wurde gesungen. Und das Auto umgepackt. Tatsächlich haben wir alle in das eh schon volle Auto gepasst und auf gings in die Nähe von Kuopio. Zu Lilly. Das Wetter hat nicht zu viel versprochen und bald fing es an zu regnen. Zwischendurch noch einkaufen und dann schnell das Auto entladen. Lilly's Haus liegt mitten im Nirgendwo, und du begegnest eher einem Bären als einem Menschen. Es liegt auf einem Hügel und ist aus Holz. Innen ist alles eher rustikal eingerichtet, aber trotzdem sehr gemütlich. Im Flur hängt ein ganzes Elchfell. Inklusive Hufe und Kopfteile.... Gruselig wie groß die sind. Am Abend gab es Sauna. Wunderbar. In der Nacht wurde es kalt, aber das riesige Ehebett in dem Ricarda und ich schlafen ist sehr schön. Wir haben einen Kamin in unserem Zimmer, vielleicht machen wir in heute Nacht an.
Heute haben wir laaange geschlafen und ausgiebig gefrühstückt. Danach gings ans Kuchen backen. Thomas hatte ja noch keinen Geburtstagskuchen und außerdem ist/war das unser Geschenk. Das Ganze wurde ein Peek-a-Boo-cake aus der Cosmopolitan. Bilder stelle ich unter Finland Impresions rein. Er war echt lecker und einige aus Deutschland wollen den gerne zum Geburtstag wenn ich wieder da bin. Klar, der ist total einfach, eine wahre Kalorienbombe (vielleicht stand da keine Kalorienangabe neben dem Rezept weil die Zahlen zu lang wären) und mega lecker. Er enthält 350g Zucker und Butter plus Glasur. Also nur was für Menschen, die selbstbewusst genug sind, ein oder zwei Gramm mehr auf den Hüften zu haben.
Natürlich waren wir auch heute wieder in der Sauna. Aber mit Auspeitschen. Auspeitschen? Bei manchen werden jetzt Alarmglocken oder kleine Bilder im Kopf auftauchen, aber ich kann sagen, dass es anders ist als ihr denkt. Mit Auspeitschen ist gemeint, dass man sich gegenseitig mit einem Bündel aus Birkenästchen "haut" und dadurch ätherische Öle freisetzt. Wahlweise tunkt man das Bümdel in warmes oder kaltes Wasser vorher.
Das ganze trägt zur Gesundheit bei und ist sehr angenehm. Ob es mir hilft bei meiner verlorenen Stimme und der leichten Erkältung wird sich zeigen. Ich hoffe es. Im Moment sitzen wir alle im Wohnzimmer. Mummi und Lilly unterhalten sich, Ricarda löst Sudoku wo mir schwindelig vom angucken wird und Thomas liest Zeitung. Lilly näht nebenbei und der Fernseher läuft, ohne dass jemand zusieht. Also ein entspannter Abend. Morgen machen wir einen Ausflug und am Dienstag fahren wir nach Helsinki. Am Donnerstag geht es dann wieder zurück ins hoffentlich trockene Turku. Und dann, am Montag beginnt für mich wieder die Schule. Ja ich hab nur eine Woche Ferien. So ein Mist. Ich wünsche allen eine schöne Ferienzeit und ein Hoch auf portable WLAN-Router.
Eure Träumerin
Sonntag, 12. Oktober 2014
Freitag, 3. Oktober 2014
Exam-week und Finnischunterricht
Hallo aus dem inzwischen sehr herbstlichen Turku:)
Die letzten Tage waren sehr anstrengend, auch wenn ihr das wohl im ersten Moment nicht verstehen könnt. Es war nämlich unsere Exam-week. Die Woche in der wir alle Prüfungen haben und uns nur für maximal drei Stunden ins Schulgebäude begeben. Nur drei Stunden? Klingt doch gut, werdet ihr jetzt denken, aber es ist nicht gerade Freizeit. Alle sechs Wochen haben wir eine Woche, in der wir unsere Klassenarbeiten über das gelernte schreiben. Natürlich in Englisch. Für mich hieß das letzte Woche Mittwoch TOK-Präsentationsprüfung, am Donnerstag frei weil ich keine Finnischprüfung habe, am Freitag Psychologyprüfung. Dann ein Wochenende zum lernen. Am Montag war dann Englischprüfung, am Dienstag Matheprüfung und am Mittwoch Französischprüfung. Jeweils von 9 bis 12 Uhr hatten wir die Chance, unser Wissen preiszugeben und die Fragen der Lehrer (meist Lehrerinnen) schriftlich zu beantworten. Dabei hat die Schule besondere Vorgehensweisen. Alle Schüler und Schülerinnen sitzen gemeinsam im Auditorium (sowas wie ein Hörsaal). Dabei sind die Plätze durch Farben markiert (Pro Fach eine Farbe). Dabei sind alle Plätze wild durch gemischt und man sitzt nie neben der gleichen Farbe. Alle Taschen müssen unten auf dem Boden liegen und man darf nur Stifte, was zum Trinken und sowas wie Schokoriegel und Taschenrechner o.ä. mitnehmen. Wer mit dem Handy an seinem Platz erwischt wird, fällt automatisch durch. Klingt alles streng und so, macht aber echt Sinn. Gut ist, dass man Prüfungen wiederholen kann, wenn man seine Note verbessern kann. Aber wie sind die Prüfungen abgelaufen?
Um 9:00 beginnt der Prüfungstag und wir können in das Auditorium. wir suchen nach den Plätzen mit der Farbe unseres Prüfungsfaches. Unsere Taschen liegen alle auf dem Boden. Wenn alle sitzen, sagt der Lehrer das wir beginnen können. Ab da haben wir genau drei Stunden Zeit um die Aufgaben zu bearbeiten. Nach zwei Stunden haben die ersten Schüler die Chance zu gehen. Dabei gehen die Lehrer in Blöcken vor. Der Rest darf zu Ende schreiben. Um zwölf Uhr ist endgültig Abgabe.
Wie sind meine Prüfungen gelaufen wird wohl dann die nächste Frage sein.
Die TOK-Präsentation ist ganz gut gelaufen. Wir haben über die Auswirkungen von Putins Verhalten geredet und die Frage gestellt, in welchem Maß ein Individuum die Welt verändern kann.
In Psychologie habe ich ganze neun Seiten geschrieben. Auf Englisch. Nichts da mit Texten mit ca. 180 Wörtern. Aber damit komme ich inzwischen überhaupt nicht mehr zurecht. Da kriege ich nicht mal ansatzweise meine Informationen rein. Mal sehen wie die Anforderungen in Deutschland sind. Ich glaube ich hatte noch nie so viel geschrieben in Englisch.
Der Englischtest lief gut, und sogar in Mathe kam ich ganz gut zurecht. Meist war ich vor den zwei Stunden fertig, da ich doch eher an die 45 oder 90 Minuten in Deutschland gewöhnt bin. Französisch war alles andere als eine Herausforderung. Am Abend und in der Nacht davor habe ich Vokabeln fast gegessen, damit ich sie kann. Die Prüfung bestand aus fünf Seiten. Davon waren drei mit Ankreuz-Aufgaben und Einsetz-Aufgaben versehen, auf der letzten Seite standen Schreibaufgaben,. Leider stand da nicht, ob man alle drei oder nur eine Schreibaufgabe machen sollte. Also haben wir alle gemacht. Trotzdem war ich nach 40 Minuten fertig. Und dann? Ich hatte ja noch einen Haufen Zeit bis zum Ende übrig..... Kurze Zeit später hab ich gepennt. Ich habe tatsächlich während einer Klassenarbeit geschlafen. Kommt mir auch komisch vor, hat aber gut getan.
Insgesamt bin ich froh, dass ich die Woche hinter mir habe. Sie war anstrengend, aber interessant. Und in sechs Wochen kommt die nächste Exam-week. Mit neuen Fächern. Da mein Stundenplan sich geändert hat und ich jetzt Chemie und Physik anstelle von TOK und Psychologie habe.
Auch habe ich jetzt Finnischunterricht. Die erste Stunde war heute, und ich habe 90% verstanden. Wir haben uns vorgestellt und ein bisschen was über uns erzählt. Das lief echt gut. Ich schreib mal hier rein, was ich gesagt habe.
Minä olen Monja.
Minä olen kuusitoista vuotta vanha.
Minä olen saksalainen.
Minä asun Turussa.
Minä puhuu saksaa, englantia ja ranskaa.
Minun perheeseeni kuuluu isä, äiti ja minä.
Minä harastan tanssia.
Wer wissen möchte, was das bedeutet, kann ja mal selber recherchieren.
Und nun, hyvää yötä (Gute Nacht)
Eure, Träumerin
Die letzten Tage waren sehr anstrengend, auch wenn ihr das wohl im ersten Moment nicht verstehen könnt. Es war nämlich unsere Exam-week. Die Woche in der wir alle Prüfungen haben und uns nur für maximal drei Stunden ins Schulgebäude begeben. Nur drei Stunden? Klingt doch gut, werdet ihr jetzt denken, aber es ist nicht gerade Freizeit. Alle sechs Wochen haben wir eine Woche, in der wir unsere Klassenarbeiten über das gelernte schreiben. Natürlich in Englisch. Für mich hieß das letzte Woche Mittwoch TOK-Präsentationsprüfung, am Donnerstag frei weil ich keine Finnischprüfung habe, am Freitag Psychologyprüfung. Dann ein Wochenende zum lernen. Am Montag war dann Englischprüfung, am Dienstag Matheprüfung und am Mittwoch Französischprüfung. Jeweils von 9 bis 12 Uhr hatten wir die Chance, unser Wissen preiszugeben und die Fragen der Lehrer (meist Lehrerinnen) schriftlich zu beantworten. Dabei hat die Schule besondere Vorgehensweisen. Alle Schüler und Schülerinnen sitzen gemeinsam im Auditorium (sowas wie ein Hörsaal). Dabei sind die Plätze durch Farben markiert (Pro Fach eine Farbe). Dabei sind alle Plätze wild durch gemischt und man sitzt nie neben der gleichen Farbe. Alle Taschen müssen unten auf dem Boden liegen und man darf nur Stifte, was zum Trinken und sowas wie Schokoriegel und Taschenrechner o.ä. mitnehmen. Wer mit dem Handy an seinem Platz erwischt wird, fällt automatisch durch. Klingt alles streng und so, macht aber echt Sinn. Gut ist, dass man Prüfungen wiederholen kann, wenn man seine Note verbessern kann. Aber wie sind die Prüfungen abgelaufen?
Um 9:00 beginnt der Prüfungstag und wir können in das Auditorium. wir suchen nach den Plätzen mit der Farbe unseres Prüfungsfaches. Unsere Taschen liegen alle auf dem Boden. Wenn alle sitzen, sagt der Lehrer das wir beginnen können. Ab da haben wir genau drei Stunden Zeit um die Aufgaben zu bearbeiten. Nach zwei Stunden haben die ersten Schüler die Chance zu gehen. Dabei gehen die Lehrer in Blöcken vor. Der Rest darf zu Ende schreiben. Um zwölf Uhr ist endgültig Abgabe.
Wie sind meine Prüfungen gelaufen wird wohl dann die nächste Frage sein.
Die TOK-Präsentation ist ganz gut gelaufen. Wir haben über die Auswirkungen von Putins Verhalten geredet und die Frage gestellt, in welchem Maß ein Individuum die Welt verändern kann.
In Psychologie habe ich ganze neun Seiten geschrieben. Auf Englisch. Nichts da mit Texten mit ca. 180 Wörtern. Aber damit komme ich inzwischen überhaupt nicht mehr zurecht. Da kriege ich nicht mal ansatzweise meine Informationen rein. Mal sehen wie die Anforderungen in Deutschland sind. Ich glaube ich hatte noch nie so viel geschrieben in Englisch.
Der Englischtest lief gut, und sogar in Mathe kam ich ganz gut zurecht. Meist war ich vor den zwei Stunden fertig, da ich doch eher an die 45 oder 90 Minuten in Deutschland gewöhnt bin. Französisch war alles andere als eine Herausforderung. Am Abend und in der Nacht davor habe ich Vokabeln fast gegessen, damit ich sie kann. Die Prüfung bestand aus fünf Seiten. Davon waren drei mit Ankreuz-Aufgaben und Einsetz-Aufgaben versehen, auf der letzten Seite standen Schreibaufgaben,. Leider stand da nicht, ob man alle drei oder nur eine Schreibaufgabe machen sollte. Also haben wir alle gemacht. Trotzdem war ich nach 40 Minuten fertig. Und dann? Ich hatte ja noch einen Haufen Zeit bis zum Ende übrig..... Kurze Zeit später hab ich gepennt. Ich habe tatsächlich während einer Klassenarbeit geschlafen. Kommt mir auch komisch vor, hat aber gut getan.
Insgesamt bin ich froh, dass ich die Woche hinter mir habe. Sie war anstrengend, aber interessant. Und in sechs Wochen kommt die nächste Exam-week. Mit neuen Fächern. Da mein Stundenplan sich geändert hat und ich jetzt Chemie und Physik anstelle von TOK und Psychologie habe.
Auch habe ich jetzt Finnischunterricht. Die erste Stunde war heute, und ich habe 90% verstanden. Wir haben uns vorgestellt und ein bisschen was über uns erzählt. Das lief echt gut. Ich schreib mal hier rein, was ich gesagt habe.
Minä olen Monja.
Minä olen kuusitoista vuotta vanha.
Minä olen saksalainen.
Minä asun Turussa.
Minä puhuu saksaa, englantia ja ranskaa.
Minun perheeseeni kuuluu isä, äiti ja minä.
Minä harastan tanssia.
Wer wissen möchte, was das bedeutet, kann ja mal selber recherchieren.
Und nun, hyvää yötä (Gute Nacht)
Eure, Träumerin
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